22.12.2016

Echt passiert: Surfen auf Bali

Die balinesischen Krankenschwestern tragen grüne Kittel. Und kleine Häubchen auf dem Kopf. Wie die Papierflieger vom Kindergarten.

Als geübte Reisende wirft Janina und ihren Sohn Max nichts so schnell aus der Bahn. Wenn aber nach einer Surfstunde des Kleinen drei verpasste Anrufe auf dem Display leuchten, schießt auch Janina das Adrenalin in die Adern. Über den ersten Surfunfall ihres Sohnes auf Bali:

Vom Urlaubsmodus in Habtachtstellung.

Eine kleine weiße Hand kommt mir entgegen gestreckt. Schweißnass und eiskalt. So wie der Rest des Körpers. Beleuchtet von einer grellen Lampe, umringt von einem sterilen Szenario. Ein kleiner Spalt zwischen den Köpfen macht mir die Sicht frei. Dort liegt mein fünf Jahre alter Sohn. Das Blut klebt verschmiert unter seinem linken Auge. Tupfer und Pinzetten versuchen Ordnung in das rote Chaos zu bringen. Hier noch ein bisschen Desinfektionsmittel. Dort noch ein Pflaster. Geschafft. Die erste Platzwunde. Der erste Besuch im balinesischen Krankenhaus.

Ein paar Stunden zuvor sitze ich noch gemütlich in einem Café. Mit einem Stück Kuchen in der Hand und meinem Blick über dem Reisfeld. Das Handy auf lautlos. Freie Zeit für mich – Surftraining für Max. Drei Anrufe des Surftrainers auf dem Display holen mich schonungslos in die Realität zurück.

„Max hatte einen Unfall.“

Das Adrenalin schießt mir in die Adern. Ein anderes Kind hat im Wasser die Kontrolle über sein Surfbrett verloren. Ein tiefer Schnitt unter Max’ linkem Auge, der ziemlich breit auseinander klafft, stark blutet und wahrscheinlich genäht werden muss. Mit einem ungutem Gefühl und zwei extra großen Packungen Kekse im Rucksack, setze ich mich auf meinen Roller und fahre los. Mit blassem Gesicht kommt er mir entgegen. Das Blut läuft an dem provisorisch montierten Pflaster vorbei. Tränen kann ich hingegen keine entdecken. Gutes Zeichen. Dann mal los. Auf in die nächste Notambulanz.

Im Krankenhaus auf Bali.

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Die balinesischen Krankenschwestern tragen grüne Kittel. Und kleine Häubchen auf dem Kopf. Wie die Papierflieger vom Kindergarten. Die Räume scheinen sauber, der Arzt sehr bemüht. Mit seinem gebrochenen Englisch stellt er heilende Fragen: Was genau passiert sei. Wie es Max geht. Ob er ohnmächtig wurde. Alles im grünen Bereich. Passend zum Outfit der Krankenschwestern. Genäht werden muss die Wunde nicht. Ein paar Pflaster sollten reichen. Und abends eine Runde Löwenzahn auf dem Laptop als Belohnung. Das hilft immer.

Mit einem beruhigenden Gefühl im Gepäck stehen wir eine Stunde später auf dem Parkplatz des Krankenhauses. Die erste Packung Kekse hat es bereits in unsere Bäuche geschafft. Eine kleine weiße Hand kommt mir entgegen gestreckt. Gar nicht mehr schweißnass und eiskalt. „Ich höre jetzt aber nicht auf mit Surfen!“ Geschafft. Die erste Platzwunde. Der erste Besuch im balinesischen Krankenhaus. Mit einer Narbe und einer echten Abenteuer Geschichte dazu.

Gut zu wissen: Denken Sie an den Beleg für Ihre Auslandskrankenversicherung! Vergisst man in der Aufregung schnell, aber wer im Ausland behandelt werden muss, zahlt in d.R. im Voraus. Dabei erstattet die gesetzliche Krankenkasse nur Teile Ihrer Behandlungskosten. Einen Rücktransport übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen grundsätzlich nicht.

 

Janina und Max

Mit Rucksack und kleinem Kind einmal um die ganze Welt. Zu zweit. Geht nicht? Geht doch! Seit Juli 2016 ist Abentuer-Mama Janina mit ihrem fünf Jahre alten Sohn Max unterwegs. Und nimmt auf ihrem Blog www.baertimussmit.de alle vom Fernweh Geplagten direkt mit und hat hilfreiche Tipps im Gepäck.

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