Arbeiten im Kinderharten Wwoofing mit Kind
  22.06.2017

Wwoofing mit Kind auf Reisen – mittendrin im Familienleben!

Das Wasser ist klar. Kristallklar. Der Sand weiß. Schneeweiß. Und ich mittendrin. Bis zu den Hüften stehe ich in der absoluten Postkartenidylle. Auf einer kleinen Insel vor Tahiti – Moorea, Französisch Polynesien. Um mich herum planschen fünf kleine Kinder, spritzen mit Wasser, tauchen unter und halten sich an mir fest. Und Maxi mittendrin. Seit ein paar Tagen probiere ich etwas ganz Neues aus. Denn seit ein paar Tagen arbeite ich als Kindergärtnerin. Und finanziere damit unsere Weltreise mit, zumindest indirekt. Wie es – alles andere als geplant – zu meinem ersten Wwoofing mit Kind kam.

Zufall oder wie kommt man zum Wwoofing mit Kind?

Während der Suche nach einem Airbnb Schlafplatz auf Moorea werde ich auf den dortigen Kindergarten aufmerksam. Eine kleine, private Einrichtung, die nebenher noch ein Zimmer vermietet. Doch die Kommentare fallen teilweise nicht so gut aus. Es sei so laut, wegen der Kinder. Es sei so voll, wegen der Wwoofer.

Wwoofer? Davon hatte ich kurze Zeit vorher in Neuseeland das erste Mal gehört. Von einem befreundeten Pärchen, das bei einer Familie wohnt und dafür im Haushalt mithilft. Neben Farmarbeit scheint es die beste Möglichkeit zu sein, niemals endende Trips um die ganze Welt zu finanzieren. So richtig klar ist mir das Konzept zu Beginn zwar nicht, aber einen Versuch ist es wert. Nach einer E-Mail folgt prompt die Antwort. Wir sind herzlich eingeladen und schon am nächsten Tag auf dem Schiff Richtung Moorea unterwegs.

Wenige Stunden später sitzt Maxi mittendrin in der Spielecke und ich helfe Hélène in der Küche mit. Einer Französin, die vor ein paar Jahren hier mit einem Segelschiff ankam. Um die kleine Tochter betreuen zu können und dennoch Geld zu verdienen, kam ihr die Idee mit dem Kindergarten. Eher aus einer Not heraus, die sich dann als optimale Lösung herausstellte. Sowohl „Einwanderer“-Kinder als auch Einheimische sind Teil der Gruppe. Gesprochen wird Französisch, auch Tahitianisch, gelacht international.

 
 
 

Tamaa maita. Bon Apétit. Guten Appetit.

Seit heute kommt im Kindergarten auch die deutsche Version auf die Teller: Spaghetti mit Tomatensauce, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer. Zwei Stunden täglich helfe ich am Vormittag in dem Kindergarten aus. Keine große Arbeit für die paar kleinen Münder. Und während ich das Gemüse schneide, stapelt Maxi die Bauklötze und kann sich mit Gleichaltrigen austauschen. Geld bekomme ich für meine Arbeit nicht, dafür ein kleines Zimmer in dem Haus direkt am Meer, Essen mit der Familie und Austausch mit den Eltern oder weit Gereisten – die Südsee, live und in Farbe.

Die kleinen Hände bespritzen mich mit Wasser. Die großen Augen strahlen mich dabei an. Maxi schnorchelt mit seiner Taucherbrille um uns herum. Die Sonne kitzelt mich im Gesicht, als sich plötzlich unter Wasser etwas bewegt. Höchstens einen Meter von uns entfernt. Mit langsamen Bewegungen schwimmt der Stachelrochen an uns vorbei. Maxi ist außer sich vor Freude. Der Rest der Gruppe eher gelassen, eindeutig nichts Neues für die Kleinen. Für uns dafür umso mehr!

Freiwilligenarbeit Wwoofing – mittendrin im Leben.

Wwoofing kann aber auch ganz anders aussehen. Oft sind die Arbeiten mit Bauernhöfen oder anderen landwirtschaftlichen Projekten verbunden. Viele davon sogar in Bio, familienfreundlich und an wundervollen Plätzen. Manchmal ergeben sich sogar richtige Wwoofing-Kommunen, in denen viele Menschen zusammen wohnen und arbeiten. Die gemeinsam an Konzepten basteln, Ideen austauschen und am Ende dann oftmals sogar etwas länger bleiben.

Auch die private Variante ist immer mehr im Kommen: Große Familien, die einfach ein bisschen Unterstützung brauchen und im Gegenzug ein bisschen Platz und einheimisches Leben anbieten können. Verschiedene Seiten im Internet bieten Unterstützung beim Finden der passenden Version an. Auch auf Facebook gibt es in Gruppen immer wieder Angebote. Am besten ist es allerdings sich vor Ort ein bisschen rumzuhören und Erfahrungen anderer Wwoofer zu vergleichen. Die Meisten davon sind natürlich relativ jung, auf ihrer ersten Weltreise unterwegs. Mit wenig Geld, dafür mehr Zeit und Tatendrang. Auch für ältere Reisende und oder mit Kind an der Hand kann die Idee ziemlich gut sein. Im besten Fall sogar mit dem Familienleben unterwegs perfekt zusammen passen. So wie bei uns.


Janina und ihr Sohn Maxi sind schon ein ganze Weile unterwegs. Die Welt entdecken bevor es in die Schule geht. Günstig ist das nicht immer. Neben Gespartem und Online-Arbeiten als Journalistin hat Janina mit Wwoofing auf Tahiti was Neues ausprobiert, um günstig zu reisen.

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