Aktive Vulkane aus nächster Nähe
  20.02.2019

Heiße Attraktion: 5 aktive Vulkane aus nächster Nähe

Wenn ein friedlicher Berg zu einem Feuerspucker erwacht, ist das ganze Land in Aufruhr. Doch so groß die unberechenbare Kraft der glühend heißen Kessel auch ist, so groß ist auch ihre magische Anziehungskraft. Unter rund 1.400 Vulkanen weltweit können einige aus nächster Nähe bestaunt werden – 5 brodelnde Berge und worauf bei einem heißem Abenteuer zu achten ist!

Vulkanismus – eine mächtige Naturgewalt

Ob als gigantischer Berg oder unscheinbarer Krater, jeder Vulkan ist ein Loch in der Erdkruste, durch die geschmolzene Gesteinsmasse (flüssiges Magma) aus dem Erdkern ausbrechen kann. Das passiert durch die Bewegungen unterer Erdplatten. Durch den Druck der aufeinanderstoßenden Platten wird das Magma durch einen Vulkanschlot mal mehr, mal weniger explosionsartig an die Oberfläche als Lava und Asche herausgeschleudert – wie uns diese 5 Feuerberge bereits gezeigt haben:

1. Gewaltiger Ätna auf Sizilien

Italien kann sich mit einigen Vulkanen rühmen, doch keiner ist so unberechenbar wie der Ätna im Osten Siziliens. Tatsächlich zählt der Ätna auf 3.340 Metern zu einen der aktivsten Vulkane der Welt. Zuletzt sorgten stärkere Ascheemissionen im Januar 2019 für eine vorübergehende Schließung des Flughafens von Catania. Doch glücklicherweise ergießen sich seine ständigen Ausbrüche eher in harmlosen Lavaströmen und sind für die Bevölkerung keine echte Gefahr. Im Gegenteil: Die Gegend um den Ätna ist die fruchtbarste in ganz Sizilien. Lava beschert den Bauern einen guten Boden und beste Erträge an Zitronen, Orangen, Wein oder Oliven.

Hoch hinaus? Mit Seilbahn und Bus geht es zunächst auf 2.900 Meter Höhe, um die rauchende Kraterspitze weiter mit einem Bergführer zu Fuß zu bezwingen. Doch Vorsicht vor herabfallenden Gesteinsbrocken und dem spitzen Terrain. Wer sich nahe an den Kratergraben traut, kann vielleicht das Grollen der Erde unter den Füßen spüren.

2. Der Katla: Schlafender Riese in Island

Es riecht nach Schwefel am Gletscher des Myrdalsjokull im Süden Islands. Darunter liegt der Katla, einer der aktivsten Vulkane des Landes und der zentrale Vulkan eines etwa 100 Kilometer langen Vulkansystems. Forschern zufolge rumort es aktuell gewaltig in ihm und ein Ausbruch ist längst überfällig. In den vergangenen 1.000 Jahren ist der Katla jedes Jahrhundert einmal ausgebrochen – zuletzt 1918 mit einer explosiven Eruption weit über das Land hinaus und einer Dauer von 24 Tagen. Für den Ernstfall bleiben den Menschen in der Gegend nur wenige Stunden, sich und die Besucher des Landes in Sicherheit zu bringen. Kein Wunder, dass viele Isländer um einen Ausbruch ähnlich des Eyjafjallajökull im Jahr 2010 jeden Morgen in Sorge sind.

Eiswandern unter der Gletscherdecke! Die Katla Eishöhlen-Tour im Innern des Myrdalsjokull-Gletschers schenkt jedem Eiswanderer magische Momente. Mit einem Guide und Eiskrallen an den Füßen geht es zwischen den schwarz-blau schimmernden Eiswänden tief in den Gletscher hinein.

3. Vulkan Kilauea erschüttert hawaiianischen Boden

Zu den weltweit aktivsten Feuerbergen gesellt sich derzeit auch der 1.219 Meter hohe Kīlauea auf der hawaiianischen Insel Big Island. Als der jüngste von fünf Vulkanen, die die Insel Hawaii bilden, brodelt er seit Jahrzehnten schon regelmäßig, doch kaum so stark wie zuletzt im Mai 2018. Heftige Eruptionen und Erdbeben ließen glühende Lavastöße über 800 Hektar Land verteilt über die Erdoberfläche bis an den Pazifik strömen. Die Aschewolke reichte bis 9.000 Meter in den Himmel. Ein Blick auf die Satellitenbilder zeigt heute die Risse und Verbrennungen durch kilometerweiten Boden – die Kraft des Vulkanismus!

Einerseits gefährlich, andererseits so eindrucksvoll: Bei einer Wanderung im Volcanoes Nationalpark mit über mehr als 240 Kilometer Wanderstrecken kann der Kilauea in all seinen Farben und Formen und die Folgen eines Ausbruchs bestaunt werden.
Tipp für Sammler: Lavasteine wären ein schönes Andenken, gehören jedoch nicht ins Gepäck, wenn man der Legende Glauben schenken mag und generell Ärger am Zoll vermeiden möchte.

4. Zwillingsvulkan Popocatépetl – der mächtigste Vulkan Mexikos

Der Popocatépetl ist mit 5.462 Meter Mexikos zweithöchster Berg und einer der sogenannten Zwillingsvulkane. Zusammen mit seiner kleinen Schwester Iztaccíhuatl (5.230 Meter), die der Legende nach Liebende waren, ist er für viele Menschen ein heiliger Ort. An seinem Fuße stehen 14 Missionsklöster aus dem 16. Jahrhundert, die zum Unesco-Weltkulturerbe gehören und seit jeher dort unversehrt stehen. Tatsächlich blieb der Vulkan bis 1994 eher ruhig, doch seitdem spuckt er immer wieder Asche und Rauch in den Himmel. Der heftigste Ausbruch im Jahr 2000 schleuderte Lava und glühende Steine bis in die 70 Kilometer entfernte Mexiko-Stadt und versetzte 30.000 Menschen in große Alarmbereitschaft.

Aufstieg passé! Für Bergsteiger ist der Popocatépetl heute gesperrt, doch eine Wanderung auf dem derzeit inaktiven Iztaccíhuatl bietet zumindest wunderbare Ausblicke auf den mit Schnee und Eis bedeckten großen Bruder.

5. Der Vulkan lebt: St. Helens in Washington

Der einst 2.949 Meter hohe Vulkanberg St. Helens im Süden des US-Staates Washington galt als einer der schönsten Berge seines Landes – bis zu seinem Ausbruch im Mai 1980 nach einer 100 Jahre langen Ruhephase. Es war die schlimmste Explosion in der Geschichte der USA: Innerhalb weniger Minuten wurden die oberen 400 Meter des nördlichen Gipfels weggerissen und die größte je gesehene Lawine verwandelte 600 Quadratkilometer Wald und 300 Kilometer Straßen in eine karge Mondlandschaft. Pflanzen und Tiere haben sich inzwischen wieder erholt, doch für die Amerikaner hinterließ der Ausbruch bis heute ein Trauma.

Tagestour lohnt sich! St. Helens wurde nach dem Ausbruch zum National Volcanic Monument erklärt und kann seit 1986 wieder besucht werden. Wanderfreunde dürfen sich auf fantastische Möglichkeiten rund um die Vulkanlandschaft und Gipfelregion freuen.

Vulkanausbruch im Urlaubsland? Checkliste für eine sichere Reise:

  • Vor der Buchung nach möglichen Vulkanausbrüchen erkundigen.
  • Entfernung der Unterkunft zum nächsten Vulkan überprüfen. 30 km sind in den meisten Fällen vertretbar.
  • Bei der Reiseversicherung die Bedingungen bzgl. Naturkatastrophen in Erfahrung bringen.
  • Staubmasken, Wasserfilter, Taschenlampe, Verbandszeug, Medikamente, Taschenmesser und Signalpfeife einpacken.
  • Wichtige Telefonnummern notieren (nicht nur im Handy speichern).
  • Geldreserven für evtl. Flugumbuchung und Aufenthaltsverlängerung einplanen.
  • Nach möglichen Ausweichflughäfen erkundigen.
  • Meldungen in den Medien verfolgen.
  • Fluchtwege einprägen.

 

Spätestens seit der Eruption des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull wissen wir, dass uns Vulkane den Urlaub ziemlich vermiesen können. Doch im Falle eines Ausbruchs während der Reise muss keiner in finanzielle Bedrängnis geraten: Die Jahres-Reiserücktrittsversicherung der ERV leistet für die außerplanmäßige Rückreise oder den notwendigen verlängerten Aufenthalt in der Art und Qualität der ursprünglich gebuchten Reise.

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