04.09.2018

Küsschen oder Handschlag? Knigge zur richtigen Begrüßung weltweit

Händedruck, Kuss oder doch Verbeugung? Die Art und Weise, wie sich Menschen gegenseitig begrüßen, variiert von Kultur zu Kultur. Damit die erste Begegnung auf Reisen höflich statt peinlich ausfällt – die wichtigsten Regeln in unserem Begrüßungs-Knigge weltweit!

Handschlag hier – Küsschen dort!

In den meisten europäischen und westlichen Kulturkreisen sind der Handschlag und das Küsschen weit verbreitet. Allerdings gibt es auch hier kleine, aber feine Unterschiede. Ein fester Händedruck mit direktem Blickkontakt ist zum Beispiel in den USA erwünscht, wohingegen zu dichter Körperkontakt in Großbritannien nicht gerne gesehen wird. In Italien, Türkei oder Russland warten außerdem Männer ab, dass ihnen die Frau die Hand zur Begrüßung als erstes reicht.

In Spanien, Griechenland, Belgien oder den Niederlanden gehört ein Küsschen zum Begrüßungsritual – in Frankreich und Portugal sogar selbst zwischen den Kleinsten und Erwachsenen. Dabei gilt immer: Die linke Wange zuerst. Um nicht in die Intimsphäre des Gegenübers einzugreifen, werden die Küsschen allerdings oft nur angedeutet. In Spanien und Griechenland sind es zwei, in Belgien und der Niederlande drei und in Frankreich können es je nach Region sogar bis zu vier „bises“ sein.

In arabischen Ländern wie Ägypten oder Vereinigte Arabische Emirate ist Zurückhaltung zwischen Männern und Frauen oberstes Gebot. Eine verbale Begrüßung von Männern erwidern Frauen mit einem schlichten Kopfnicken oder angemessenen Lächeln. Handschlag oder Küsschen im engeren Familien- und Freundeskreis gibt es ausschließlich unter Männern – dabei wird auch niemals die linke Hand verwendet, denn sie gilt bis heute als unrein.

Respekt zeigen mit dem richtigen Gruß

Vor allem in asiatischen Ländern hat die Grußgeste noch einen weiteren Zweck, nämlich dem Gegenüber Hochachtung darzubringen und Standesunterschiede auszudrücken. Bei der Verbeugung in Japan zum Beispiel ist es unhöflich, dem Gegenüber bei der Begrüßung in die Augen zu sehen. In Indien, Sri Lanka oder Thailand begrüßen sich die Menschen auf traditionelle südasiatische Weise – mit dem Wai Gruß. Hierbei werden die Handflächen aneinander gelegt und auf Brusthöhe gehoben, der Kopf wird dabei leicht gesenkt. Je höher die Hände gehalten werden, desto größer die Höflichkeit und der Respekt. In der Türkei zollen die jüngeren Menschen der älteren Generation mit einem traditionellen Handkuss ihren Respekt. Dabei führen sie die Hand ihres Gegenübers zuerst an den Mund, dann an die Stirn und sagen „Merhaba“.

Tipp: Mit einer freundschaftlichen Umarmung wie in Europa und den westlichen Ländern tritt man in Asien schnell in ein Fettnäpfchen!

Begrüßung weltweit
Die wichtigsten Handzeichen zur Begrüßung weltweit.

Begrüßung weltweit – Rituale aus der Welt

Noch ausgefallenere Begrüßungsrituale gibt es zum Beispiel auf zahlreichen polynesischen Südsee-Inseln. Hier greift man die Hände des Gegenübers und streichelt mit diesen über das eigene Gesicht. Die Ureinwohner Neuseelands dagegen legen beim sogenannten „Hongi“ zunächst die Stirn und dann die Nase aneinander. Außerdem reicht man sich die rechte Hand und fasst den linken Unterarm des anderen. Im Alltag sieht man diese außergewöhnliche Begrüßung allerdings kaum mehr, bei offiziellen Begrüßungszeremonien kommt sie noch oft zum Einsatz. Beim Nasenkuss der Inuit, den Ureinwohnern der Arktis, werden nur die Nasen zur Begrüßung aneinander gerieben.

Etwas lässiger funktioniert die Begrüßung mit dem Surfergruß Shaka auf Hawaii. Einfach eine Faust machen, Daumen und kleinen Finger abspreizen und dazu „Shaka, brah!“ („Mach dich locker, Kumpel!“) sagen. Doch Vorsicht, für diese Art der Begrüßung braucht man genügend Surfer-Authentizität sonst wirkt der Gruß eher peinlich als lässig. Alle Afrikareisenden sollten sich auf viel Applaus einstellen. Denn in einigen afrikanischen Gegenden ist es üblich, die Freude über einen Gast mit Händeklatschen auszudrücken.

Begrüßung weltweit Knigge
Lockere Begrüßung auf Hawaii: der Surfergruß Shaka (Bild: Eddie Kopp, Unsplash.com)

 

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