Anstoßen rund um den Globus
  24.04.2018

Prost! 5 skurrile Trinksitten rund um den Globus

Wir rufen uns ein herzliches „Prost“ zu und sehen uns dabei in die Augen. Doch Gläser zu überkreuzen ist hierzulande Tabu – sonst drohen sieben Jahre Unglück! Und wie stoßen wir in China, Australien oder Italien richtig an? 5 skurrile Trinksitten rund um das Anstoßen weltweit, auf die Sie vorbereitet sein sollten! Plus: Ein „Prost-Übersetzer“ in verschiedenen Sprachen!

1. In China braucht es Trinkfestigkeit

Wenn sich die Chinesen auf „gan bei“ zuprosten, werden die Gläser – so wörtlich übersetzt – auf ex geleert. Wundern Sie sich nicht, wenn nachgeschenkt wird, obwohl Sie nur einen Schluck getrunken haben. Denn das Glas muss immer voll sein. Sie haben schon genug? Ein diskreter Hinweis an die Bedienung, dass Sie lieber Tee nachgefüllt haben möchten, hilft Ihnen aus dem Trinkgelage heraus.

2. Je später die Stunde, desto länger der Trinkspruch in Spanien

Ein Trinkspruch am Abend ist dem Spanier bekanntlich nicht genug. Neben dem einfachen „Salud“ wird gern ein längerer Spruch in die Runde gerufen. Der beliebteste lautet „Arriba, abajo, al centro y pa‘ dentro“ und bedeutet „Nach oben, nach unten, zur Mitte und dann rein damit“. Passend dazu werden vor dem Trinken die Gläser nach oben, nach unten und zur Mitte gehalten.

3. Zuprosten ohne Absetzen? Nicht in Italien!

Bier kommt bei unseren Nachbarn selten auf den Tisch und wenn, dann wird die Flasche in mehrere kleine Gläser aufgeteilt. Die Italiener schwören darauf, die Gläser vor dem Zuprosten mit den Worten „Salute“ oder „Cin Cin“ kurz auf dem Tisch abzusetzen. Sonst bringt es Unglück. Werden Plastikbecher benutzt, darf man sich nur mit dem Handrücken berühren – keinesfalls aber die Becher.

4. Anstoßen in Australien – am besten mit ausreichend Zeit und Geld

Sie machen sich schnell unbeliebt, wenn Sie in Australien nur für sich selbst zahlen. Landestypisch sind die sogenannten „Shouts“ – dabei wird nacheinander eine Runde Bier für alle bestellt. Planen Sie also je nach Gruppengröße ein großzügiges Portemonnaie und genug Zeit für den Abend ein! Beim Zuprosten heißt es „Cheers“ oder „Bottom’s up“.

Praktisch in Australien: Restaurants mit dem Hinweisschilder „BYO“ (Bring your own) erlauben es, den eigenen Wein mitzubringen. Sie zahlen lediglich für das Entkorken und die Gläser.

5. Vorsicht vor der Sprachfalle in Ungarn

In Ungarn mit Bier anzustoßen, ist aus historischen Gründen verpönt und war sogar rund 150 Jahre lang verboten. Wer dennoch ein Glas bestellt, wünscht seinem Gegenüber mit „Egészségedre“ Gesundheit und sollte der ungarischen Aussprache mächtig sein. Ansonsten kann aus dem Trinkspruch schnell ein „egész seggedre“ werden und bedeutet so viel wie „Auf deinen Allerwertesten“.

Im Urlaub richtig anstoßen

Fettnäpfchen beim Anstoßen lauern nicht in allen Ländern. Oft reicht ein einfaches Prost aus. So teilen Sie Ihre Trinkfreude im nächsten Urlaub – Prost in über 30 Sprachen:

Warum stoßen wir vor dem Trinken eigentlich an?

Über den Ursprung des Anstoßens gibt es verschiedene Theorien. So konnte man z. B. im Mittelalter sicher gehen, nicht vergiftet zu werden, denn Feinde und Rivalen wurden nicht selten bei Trinkgelagen aus dem Weg geräumt. Die Krüge wurden so heftig zusammengestoßen, dass es ordentlich überschwappte und auch der Andere das vermeintliche Gift im Krug hatte. Wer nicht prosten wollte oder den Krug nicht zeitgleich an die Lippen setzte, machte sich verdächtig. Glaubt man der spirituellen Herkunft aus der Antike, werden mit dem Klirren der Gläser böse Geister und Dämonen vertrieben. Wobei dies meist des übermäßigen Alkoholgenusses zugeschrieben wird.

Woher auch immer die Tradition rührt, wir lieben es, die Gläser zu heben und auf unser Wohl anzustoßen. Wo sonst lernen wir Menschen und Kulturen besser kennen? In diesem Sinne – Prost!

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