Trekking-Strecke zum Mount Everest
  30.11.2018

Trekking für Einsteiger

Annette war in diesem Frühjahr zum Trekking in Nepal. Ihre erste Trekking-Tour überhaupt. Geführt, in einer kleinen Gruppe von acht Personen. Zwölf Tage war sie unterwegs, davon acht auf dem Trek. Die sogenannte Komfort-Trekking-Tour führte ab Lukla durch das Kathmandu-Tal und den Everest-Nationalpark zum Sherpa-Kloster Tengpoche – mit Blick auf die Achttausender Lhotse und Mount Everest. Komfort-Trekking bedeutet in diesem Fall Übernachten in Lodges mit Bett, Dusche und WC und transportiertes Gepäck. Auch die Kultur kam nicht zu kurz, am Schluss waren zwei Tage Zeit für die ehemaligen Königsstädte Kathmandu, Bhaktapur oder Patan.

Vorbereitung auf die Trekking-Tour

Drei Monate vor Reisebeginn hat Annette angefangen sich gezielt auf die Tour vorzubereiten, mit Radeln, Joggen und Skitouren. Die Strecke wird als technisch leichte, aber fordernde Bergwanderung beschrieben, mit bis zu 6 Stunden Gehzeit. Dazu kommt die ungewohnte Höhe, der höchste Punkt der Tour lag bei knapp 4.000 Metern. Da wird die Luft langsam dünner. Damit hatte in der Gruppe glücklicherweise niemand Probleme. „Auch Untrainierte können die Strecke schaffen. Aber mehr Spaß macht es definitiv gut vorbereitet.“

Trekking in Nepal
Der erste Blick auf den Mount Everest / Riesige Rhododendren säumen den Pfad

Als Alleinreisende in der Gruppe unterwegs

Die Freundin, mit der Annette ursprünglich reisen wollte, musste kurzfristig absagen. Natürlich kommen da kurz Zweifel – soll ich das alleine wagen? Ihre Entscheidung es zu tun, war genau richtig, die Tour war eine durchwegs positive Erfahrung. Dennoch war sie froh, ein Einzelzimmer und damit einen Rückzugsort zu haben. Ganz auf eigene Faust kann man im Everest-Nationalpark übrigens nicht unterwegs sein, ein Guide ist immer mit dabei.

Kontakt zur Bevölkerung

„Ja, den hatten wir. Unsere Bergführer waren aus Nepal, sie haben sehr gut deutsch und englisch gesprochen. Und in den Hostels arbeiten natürlich überwiegend Einheimische, da kommt man schon ins Gespräch. Da die Zimmer nicht beheizt sind, bleibt man gerne noch ein wenig in den Aufenthaltsräumen mit gemütlichen Holzöfen sitzen. Die Verpflegung dort war übrigens sehr lecker und gesund: viel Gemüse, Kartoffeln, eine Art gefüllte Maultaschen und Eintopf mit Wasserbüffelfleisch. Nur das Reisbier war nicht mein Geschmack.“

Trekking im Everest-Nationalpark
Annette vor einer der Lodges / Gebetsmühle auf dem Weg

Eindrücke vom legendärsten Hochgebirge der Welt

„Den Mount Everest zu sehen war ein Traum von mir. Die Landschaft ist beeindruckend und auf 4.000 Meter Höhe die Sieben- und Achttausender vor sich zu haben, das war großartig. Da auf dem Everest-Trek keine Autos fahren, wird alles von Menschen oder Tieren getragen. Nicht nur Lebensmittel oder das Wandergepäck der Touristen, sondern auch Baumaterial oder mal ein Kühlschrank. Bis zu 90 Kg transportieren die Träger auf dem Rücken oder Kopf. Und das über schwankende Hängebrücken und in Flipflops oder dünnen Leinenturnschuhen. Da kommt man sich in seinen schweren Bergstiefeln fast ein bisschen lächerlich vor. In Kathmandu fällt vor allem die Armut auf. Die Schäden des Erdbebens von 2015 sind immer noch sichtbar. Und der Verkehr in Nepal – der ist für Reisende eine Herausforderung. Laut, chaotisch, scheinbar ohne Regeln, mit heiligen Kühen auf den Straßen.“

Last but not least: der Umweltschutz

Die Zahl der Menschen, die jedes Jahr über den Mount Everest Trail den höchsten Berg der Erde besteigen, nimmt jedes Jahr zu. Und damit auch der Müll am „Dach der Welt“. Zurückgelassene Sauerstoffflaschen gehören genauso dazu wie Zelte, die nicht mehr gebraucht werden. Seit 2015 gehen Nepal und Tibet gegen die höchste Müllkippe der Erde vor. Jeder Bergsteiger ist dazu verpflichtet mit 8 Kg gesammeltem Müll zurückzukehren, ansonsten wird eine Geldstrafe fällig. Fast 40 Tonnen Unrat wurden so im letzten Jahr ins Tal gebracht. Aber das ist noch lange nicht ausreichend. Auch Annette und ihre Gruppe haben Abfall mit ins Tal gebracht. Entlang dieser Strecke stehen noch Mülleimer und es gibt Toiletten, die richtigen Probleme fangen weiter oben an.

Ein paar Fakten zur Reise

  • Beste Reisezeit: Oktober – Ende Mai
  • Impfungen: Je nach Reisebedingungen, auf alle Fälle Hepatitis A + Typhus
  • Reisekrankenversicherung vor Abreise abschließen
  • Visum: Bei Einreise am Flughafen Kathmandu, circa 25 Euro
  • Reisepass: Muss noch sechs Monate über die Reisedauer hinaus gültig sein
  • Inlandsflug nach Lukla: Der Flughafen gilt als der gefährlichste der Welt, mit einer Start-/Landebahn, die nur 530 Meter lang ist. Und das direkt an einem Hang. Angeflogen wird er auf Sicht. Nichts für schwache Nerven!
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