Tipps gegen Erfrierungen
  08.02.2018

Winterfreizeit – bei Erfrierungen ist schnelles Handeln gefragt

So schön der Winter für viele Menschen ist, aber wer kennt nicht das schmerzende Gefühl des Frierens bei langen Spaziergängen, Bergwandern oder beim Skifahren? Wer zu lange niedrigen Temperaturen und vielleicht noch eiskalten Winden ausgesetzt ist, riskiert eine Erfrierung oder Unterkühlung. Doch ab wann wird es für den Körper gefährlich und die Situation ernst?

Ursache von Erfrierungen

Wird unser Körper der Kälte ausgesetzt und kühlt aus, versucht er dem entgegenzuwirken. Er drosselt die Wärmeabgabe und erhöht die Wärmebildung – und wir beginnen zu zittern. Besonders schnell kühlt der Körper aus, wenn Sie ins kalte Wasser fallen, z.B. beim Schlittschuhlaufen, ein Skifahrer von einer Lawine verschüttet wird oder ein Bergsteiger in eine Gletscherspalte stürzt.

Durch den Kältereiz verengen sich unsere Blutgefäße und die Extremitäten werden nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Finger, Zehen, Nase und Ohren frieren daher am schnellsten. Auch Wind, Nässe sowie zu enge Kleidung und Schuhe begünstigen Erfrierungen, beim Bergsteigen ist auch der in der Höhe niedrigere Sauerstoffgehalt ein fördernder Faktor. Zu den individuellen Risikofaktoren gehören u.a. bereits bestehende Durchblutungsstörungen, das Rauchen oder eine Diabetes-Erkrankung.

So erkennen Sie Erfrierungen zuverlässig 

Es ist nicht einfach zu erkennen, wie schlimm eine Erfrierung ist und wie ernst die Lage ist. Sinkt die Körpertemperatur unter 35 Grad ist der Zustand ernst, sehr gefährlich wird es bei unter 33 Grad. Dann hört das Muskelzittern auf und man verliert das Bewusstsein.

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Je nach Symptomen werden Erfrierungen in folgende Schweregrade eingeteilt:

Grad 1: Die Haut erscheint (grau- oder gelb-)weiß, ist hart und ohne Gefühl. Wird sie wieder erwärmt, so nimmt sie eine rosige Farbe an und beginnt zu schmerzen. Betroffene Körperteile sind kalt, zunächst weich und schmerzhaft, später hart und gefühllos

Grad 2: Die Haut verfärbt sich blaurot und es bilden sich (teils blutgefüllte) Blasen.

Grad 3: Hier kommt es zu Gefäßverschlüssen und zum Absterben von Gewebe. Die Haut ist stark geschwollen und verfärbt sich in der Folge blauschwarz.

Während eine Erfrierung vom Grad 1 meist vollständig heilt, kommt es bei Grad 2 und 3 zu mehr oder weniger starker Haut- und Gewebezerstörung, die im schlimmsten Fall eine Amputation erforderlich macht.

Erste Hilfe bei Erfrierungen

Anhaltende Gefühllosigkeit ist ein deutliches Warnzeichen für eine beginnende Erfrierung. So wärmen Sie erfrorene Finger oder Fußzehen richtig auf:

  • So schnell wie möglich warmen, windgeschützten Ort aufsuchen (Berghütte, beheiztes Auto, Zelt).
  • Einengende Kleidung oder Schuhe lockern, nasse Kleidungsstücke wechseln.
  • Taube Finger können in der Achselhöhle oder zwischen den Oberschenkeln erwärmt werden, taube Zehen durch das Auflegen warmer Hände.
  • Wärmendes (nicht alkoholisches!) Getränk oder eine warme Suppe zu sich nehmen.
  • Erfrorene Körperteile vorsichtig in einem Wasserbad mit 37 °C bis max. 40°C  erwärmen (max. eine halbe Stunde). Dies kann sehr wehtun und erfordert gegebenenfalls sogar die Einnahme von Schmerzmitteln.
  • Betroffene Hautbereiche mit einem sterilen lockeren Verband einwickeln – jeden Finger und jede Zehe einzeln.

Wichtig: Ist der Betroffene auch unterkühlt, sollten Sie als erstes den Notruf tätigen. Bringen Sie den Verletzten danach, so schnell wie möglich an einen warmen Ort und schützen Sie ihn vor kaltem Untergrund mit Rettungsfolie oder Decke.

Das sollten Sie bei Erfrierungen vermeiden

  • Einreiben der betroffenen Stellen(n) mit Schnee
  • Aufstechen der ggf. gebildeten Blasen
  • Massieren der betroffenen Stelle(n)
  • Nutzung zu heißer und trockener Quellen wie Fön, Heizung, Heizkissen (es kann zu Verbrennungen kommen), nicht Rauchen.
  • Vorsicht: Ist der Patient kaum noch bei Bewusstsein und zittert nicht mehr, dann versuchen Sie nicht, ihn aufzuwärmen. Kaltes Blut aus den Gliedmaßen kann sich mit warmem Blut aus dem Körperstamm vermischen und zum Kreislaufschock führen. Warme Decke hilft ebenso wie das Wechseln nasser Kleidung.

Erfrierungen vermeiden – 10 Tipps wie Sie vorbeugen können

  • Warm genug anziehen, mehrere Schichten aus Funktionskleidung („Zwiebelprinzip“), die wärmt und schnell trocknet.
  • Wechseln Sie rechtzeitig feuchte Shirts oder Pullis gegen trockene Wäsche.
  • Fäustlinge halten die Hände bei kalten Temperaturen besser warm als Fingerhandschuhe.
  • Stecken Sie sich Taschenwärmer ein.
  • Mütze anziehen oder Unterzieher unter Skihelm – über den Kopf verliert der Körper besonders viel Wärme.
  • Schuhe dürfen nicht zu eng sein, da sonst die Durchblutung der Füße behindert wird. Kaufen Sie Winterstiefel deshalb lieber eine Nummer größer und ziehen dicke Socken an.
  • Sobald Sie spüren, dass Finger und Zehen sehr frieren, diese in den Schuhen und Handschuhen intensiv bewegen.
  • Stehen Sie nicht für längere Zeit im kalten Wind, ohne sich zu bewegen.
  • Nehmen Sie auf Bergtouren eine Thermoskanne mit Tee mit oder kehren Sie beim Skifahren in eine Berghütte ein, um sich aufzuwärmen.
  • Wenn Sie an Durchblutungsstörungen wie dem Raynaud-Syndrom leiden oder an anderen Krankheiten, die mit eingeschränkter Durchblutung oder herabgesetztem Schmerzempfinden einhergehen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie eine längere Tour in die Kälte planen.

Wichtig: Bevor sie in den Wintersport starten, denken Sie an Ihren passenden Reiseschutz!

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