30.08.2016

Gesundheitsmythen im Check – Was stimmt wirklich?

Wer kennt das nicht: Schon vor Reisebeginn bekommt man viele Tipps für das Urlaubsziel und das Verhalten dort. Manche davon sind sinnvoll andere dagegen weniger. Wir haben bei einem nachgefragt der es wissen muss. Prof. Dr. Tomas Jelinek vom CRM klärt uns über Gesundheitsmythen auf Reisen auf.

Mythos 1: Zähneputzen sollte man auf Reisen nicht mit Leitungswasser.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, der sollte Leitungswasser meiden. Wirklich notwendig ist das aber nur in Regionen, wo mangelhafte Hygieneverhältnisse herrschen. Am besten kauft man industriell abgefülltes Trinkwasser und achtet darauf, dass die Flasche versiegelt ist. Wenn kein Trinkwasser erhältlich ist, besteht die Möglichkeit Wasser selbst zu reinigen. Das kann durch Abkochen, Filtern oder chemische Desinfektion mittels Tabletten geschehen. Die entsprechenden Hilfsmittel müssen ggf. von Zuhause mitgenommen werden.

Mythos 2: Vor Ort gekaufte Medikamente wirken besser als aus Deutschland mitgebrachte.

Nein, das stimmt nicht. In einigen Regionen der Welt, z.B. in Südostasien und Teilen Afrikas, werden sogar häufig Arzneimittelfälschungen verkauft, die gar keinen oder nur sehr wenig Wirkstoff enthalten. Oft werden auch Präparate angeboten, die bei uns in Deutschland etwa aufgrund ihrer Nebenwirkungen gar nicht oder nicht mehr zugelassen sind. Medikamente sollte man daher in jedem Fall von Zuhause mitnehmen.

Mythos 3: Wer im Solarium vorbräunt, bekommt im Urlaub nicht so leicht Sonnenbrand.

Das stimmt. Die UV-B Strahlung der Sonnenbank aktiviert die pigmentbildenden Zellen der Haut, die sog. Melanozyten, welche daraufhin eine Schutzschicht bilden. Dies verlängert die Eigenbräunzeit, also die Zeit, die man ohne ein entsprechendes Schutzmittel in der Sonne verbringen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Allerdings steigt bei häufiger Nutzung eines Solariums andererseits das Risiko später im Leben an Hautkrebs zu erkranken.

Mythos 4: Impfen bringt kurz vor einer Reise nichts mehr.

Das ist leider ein weit verbreiteter Irrglaube. Viele Impfungen können auch noch kurzfristig verabreicht werden und sind trotzdem ausreichend effektiv. Hierzu zählen bspw. alle Auffrischimpfungen, aber auch die Impfungen gegen Hepatitis A, Grippe, Meningokokken-Meningitis oder Typhus. Generell gilt: Lieber kurzfristig impfen als komplett auf den Schutz verzichten. Es kann übrigens auch eine Impfpflicht bestehen. Einige Länder verlangen z.B. unter bestimmten Umständen von Einreisenden den Nachweis einer Gelbfieberimpfung. Hat man die nicht, so erfolgt entweder eine kostenpflichtige Zwangsimpfung vor Ort oder aber die Einreise wird verweigert. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang, dass die Gelbfieberimpfung erst ab dem 10. Tag nach der Verabreichung als gültig anerkannt wird.

Mythos 5: Citronella, Knoblauch und Vitamin B helfen gegen Moskitos.

Citronella ist nur kurzfristig wirksam gegen Mücken, man geht von etwa 15 bis 20 Minuten Schutzzeit aus. Knoblauch hält allenfalls Mitmenschen fern, gegen Mücken ist es aber nicht effektiv. Ebenso wurde für Vitamin B-Präparate keine Wirksamkeit nachgewiesen.

Mehr Gesundheitsmythen im Check finden Sie hier.

Ein Kommentar zu “Gesundheitsmythen im Check – Was stimmt wirklich?”
  1. Hallo, noch eine kleine Ergänzung: die meisten Solarien arbeiten mit UV-A-Strahlung. Dadurch ist die Haut nicht in der Lage eine Lichtschwiele aufzubauen, die vor Sonnenbrand schützt. Bei UV-B-Strahlung kann die Haut bei regelmäßiger Bestrahlung eine Lichtschwiele aufbauen und sich so vor Sonnenbrand schützen. Wie aber schon richtig geschrieben, sollten Solariumgänger unbedingt das Risiko für Hautkrebs im Hinterkopf behalten. Viele Grüße, Doreen

    Antworten
Hinterlassen Sie einen Kommentar

XHTML: Folgende HTML-Tags können verwendet werden: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren: