Sonnenschutz im Urlaub beim Schwimmen im Wasser
  28.05.2018

Sonnenschutz im Urlaub – so bleibt Ihre Haut gesund

Was die Sonne anbelangt, gilt für unsere Haut, weniger ist mehr. Wie kann man die Sonne im Urlaub bewusst genießen ohne dabei seiner Haut zu schaden? Und geht das auch im Einklang mit der Natur? Denn auch die Meereslebewesen leiden immer mehr. Sonnenschutz im Urlaub – nachgefragt bei den Experten!

Sonnenschutz im Urlaub – was hilft?

Egal ob am Meer oder in den Bergen: Mittags strahlt die Sonne so intensiv, dass man sie in dieser Zeit meiden sollte. Dicht gewebte, körperbedeckende Kleidung schützt unsere Haut immer noch am besten, außerdem empfiehlt es sich neben einer Sonnenbrille einen breitkrempigen Hut oder zumindest eine Kappe zu tragen, so das CRM Centrum für Reisemedizin. Wer länger am Strand oder im Wasser verweilt, sollte zusätzlich zur Badekleidung noch ein leichtes T-Shirt tragen. Denn Wasser auf der Haut macht die Sonnenstrahlen noch stärker. Vorsicht auch bei bewölktem Himmel! Die UV-Strahlen finden auch durch dichte Wolken ihren Weg.

Sonnencreme – weniger Schaden für die Ozeane?

Unbedeckte Haut schützen Sie zuverlässig mit Sonnencremes oder -sprays. Doch was unsere Haut gegen die gefährlichen Strahlen schützt, schadet langfristig der Umwelt, warnen zunehmend Wissenschaftler weltweit. Denn die Chemikalien, die für den wasserfesten Schutz der Cremes sorgen, landen beim Baden ungefiltert in den Ozeanen – und vergiften Korallenriffe, Meeresfische und andere Meereslebewesen. Deshalb setzt auch der US-Bundesstaat Hawai als erster einen gesetzlichen Rahmen und plant ab 2021 bestimmte Sonnenschutzmittel an den Stränden zu verbieten. Gemeint ist der Stoff Oxybenzon, der in den gängigen Sonnenschutzmitteln mit chemischen UV-Filtern enthalten ist und auch für sensible Haut als allergieauslösend eingestuft wird. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt beim nächsten Kauf besser natürliche Sonnenschutz-Cremes mit mineralischen Filtern. Diese belasten sowohl die Haut als auch die Ozeane weniger. Neben den Inhaltsstoffen sorgt auch die richtige Anwendung dafür, dass weniger UV-Filter-Partikel ins Wasser gelangen. Dazu gehört die Sonnenschutzmittel vor dem Baden länger einwirken zu lassen und – wenn möglich – erst Baden und dann Eincremen.

Welcher Sonnenschutz für welchen Hauttyp?

Es gibt verschiedene Hauttypen, die unterschiedlich starken Sonnenschutz im Urlaub benötigen. Für besonders helle und empfindliche Menschen empfiehlt sich LSF 30 oder höher, für den naturgemäß bräunlichen Hauttyp ist dagegen LSF 10 oder 20 ausreichend. Nachcremen nach dem Baden nicht vergessen! Das verlängert zwar nicht die Zeit, die man in der Sonne verbringen kann, hält aber die angegebene Schutzdauer aufrecht.

Wichtig: Babys und Kleinkinder dürfen niemals der direkten Sonne ausgesetzt werden. Schützende Kleidung inklusive Sonnenhut und Sonnencreme mit mindestens LSF 30 sind Pflicht. Um die zarte Kinderhaut nicht noch mehr zu belasten, sind nur Sonnenschutzmittel auf Basis mineralischer Filter empfehlenswert.

Was tun bei Sonnenbrand?

Falls es einen trotz aller Vorkehrungen doch erwischt und ein Sonnenbrand auftritt, dann helfen kühlende Cremes oder Lotionen, z. B. Aloe vera Gel oder auch kalte Umschläge. Auch Quark oder Joghurt haben sich auf gerötete Stellen bewährt, falls sich keine Blasen gebildet haben. Schwerere Verbrennungen sollten von einem Arzt behandelt werden.

Übrigens: Wenn die Haut abends rot wird, juckt und zu Pusteln neigt, kann es sich auch um eine Sonnenallergie („Mallorca-Akne“) handeln. In diesem Fall ist ein Sonnenschutzgel oftmals verträglicher und zusätzlicher Schutz durch Kleidung umso wichtiger.

Stimmt es, dass man am Toten Meer keinen Sonnenbrand bekommt?

Viele Stunden in der prallen Sonne liegen – und das ohne Sonnenbrand? Das geht angeblich nur am Toten Meer. So bilde die Lage des Meeres 400 m unter dem Meeresspiegel und die starke Verdunstung des Wassers einen zuverlässigen Schutz gegen die Sonnenstrahlen. „Alles Unsinn“, sagt dagegen das Bundesamt für Strahlenschutz! Zwar sei die Stärke der UV-Strahlung abhängig von der Strecke, die sie zurücklegen muss, sowie der Zusammensetzung der Atmosphäre. Aber: Der Effekt ist insgesamt nur als gering einzustufen. Würde man sich ungeschützt längere Zeit in der Sonne aufhalten, wäre also auch am Toten Meer ein Sonnenbrand vorprogrammiert. Zumal im Mittelmeerraum die Sonne noch einmal viel intensiver strahlt als bei uns. Auch hier gehören daher Sonnencreme und Hut ins Reisegepäck. Ein Bad im Toten Meer ist trotzdem einzigartig. Wo sonst kann man schließlich frei auf dem Wasser schweben?

Was bedeutet die Höhe des Lichtschutzfaktors?

Der Lichtschutzfaktor (LSF) gibt die Zeit an, die man sich länger in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen (verglichen mit einem Sonnenbad ohne entsprechenden Schutz). Wer also ungeschützt nach 10 Minuten einen Sonnenbrand bekommt, verlängert diese Zeit mit LSF 20 auf 200 min (20 x 10 min).

Bild oben: ©Haley Phelps, Unsplash.com

5 Kommentare zu “Sonnenschutz im Urlaub – so bleibt Ihre Haut gesund”
  1. Ein sehr wichtiges Thema, das von vielen Reisenden leider viel zu stiefmütterlich behandelt wird. Danke für die gute Übersicht und den wirklich informativen Artikel!

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  2. Cecile

    Vielen Dank für diesen Beitrag. Ich schließe mich Alex an. Habt ihr auch Empfehlungen für eine besondere Creme? Ich stand letzte Woche vor dem Regal bei DM und wurde vom Überangebot erschlagen. Muss ich wirklich nur auf den LSF achten und helfen wirklich alle gleich?

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    • Simona Keller
      Simona Keller

      Hallo Cecile, als Verbraucher ist es wirklich nicht einfach, sich zu recht zu finden. Als Orientierung für die Auswahl helfen die aktuellen Urteile von Stiftung Warentest und Ökotest – z. B. hier zusammengefasst von der Utopia-Redaktion https://utopia.de/ratgeber/sonnencreme-test-ladival-sundance-elkos/
      Es wurden Produkte aus beiden Bereichen – Sonnenschutzmittel mit mineralischen oder chemischen Filtern – bewertet. Viele Grüße, die ERV!

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