vor Zecken schützen in den Bergen beim Wandern in der Natur
  04.07.2018

FSME und Borreliose – vor Zecken richtig schützen!

Sie lauern im hohen Gras und Unterholz auf ihre Wirte – und sie lieben den Sommer. Manchmal sind Zecken so klein, dass sie erst gar nicht oder zu spät bemerkt werden. Mit gefährlichen Folgen. Ein Stich kann Krankheitserreger wie die der Lyme-Borreliose oder der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Wie Sie sich richtig vor Zecken schützen und Symptome erkennen!

Borreliose oder FSME – wie erkenne ich die Krankheit?

Die Lyme-Borreliose ist die durch Zecken am häufigsten übertragende Erkrankung in Europa. In Deutschland erkranken zwischen 80.000 bis 120.000 Menschen jedes Jahr. Die Stichstelle auf der Haut wird rot und breitet sich ringförmig aus. Dabei handelt es sich um die sogenannte Wanderröte, die auch an anderen Stellen des Körpers auftreten kann. Die Wanderröte kann mit Antibiotika gut behandelt werden – was jedoch viele nicht wissen: Als Spätfolge kann es Monate oder auch noch Jahre nach dem Zeckenstich zu einer Gelenkentzündung kommen.

Viel seltener ist die Erkrankung FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis), die durch das gleichnamige Virus verursacht wird. Bei einer FSME treten zunächst unspezifische grippeartige Beschwerden wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Bei etwa 10% der Erkrankten entwickelt sich in einer zweiten Krankheitsphase eine Hirnhaut-, Hirn oder Rückenmarksentzündung. In Deutschland wurden in den Jahren 2002 bis 2017 insgesamt 4.128 FSME-Erkrankungen gemeldet.*

Der richtige Zeckenschutz – was muss ich beachten?

Schon ab 8°C werden die Spinnentiere aktiv und können bis in den späten Herbst oder sogar in den Winter hinein ein Risiko für uns sein, wenn sie mit Krankheitsbakterien infiziert sind. Zum Stechen und Blutsaugen bevorzugen Zecken dünne, warme Hautregionen wie z. B. Kniekehlen, Armbeugen und Achselhöhlen, die Leistengegend aber auch den Kopfbereich.

So schützen Sie sich richtig vor Zecken:

  1. Während gegen die Lyme-Borreliose keine Impfung existiert, ist ein Immunschutz gegen die FSME möglich. Ein langdauernder Schutz sieht insgesamt drei Impfungen vor – im Abstand von 1-3 Monaten (1. und 2. Dosis) bzw. 5-12 Monaten (2. und 3. Dosis). Wer kurzfristig einen Schutz benötigt, kann sich im Abstand von 14 Tagen zwei Mal impfen lassen. Die Schutzwirkung setzt zwei Wochen nach Erhalt der zweiten Dosis ein, hält aber nur für eine Saison an.
  2. Tragen Sie helle, körperbedeckende Kleidung und geschlossene Schuhe. Im hohen Gras die Socken zusätzlich über die Hosenbeine ziehen (vor allem bei Kindern).
  3. Insektenabweisende Mittel bieten einen gewissen Schutz, allerdings nur für wenige Stunden.
  4. Die Beine und auch andere Körperstellen zwischendurch, spätestens daheim nach Zecken untersuchen. Denn je schneller Sie sie entfernen, desto geringer das Risiko einer Borreliose-Infektion. Die Zecke überträgt diese Krankheit i. d. R. erst nach ein bis zwei Tagen. 
  5. Hilfe, eine Zecke entdeckt? Entfernen Sie diese schnellstmöglich mittels einer Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange. Und so geht’s: Setzen Sie am Kopf des Tieres an und ziehen es vorsichtig gerade heraus. Nicht herausdrehen! Schauen Sie, ob Sie die Zecke vollständig entfernt haben. Danach sollten Sie die Stelle desinfizieren. Treten innerhalb von 7 bis 14 Tagen nach einem Zeckenstich grippeähnliche Symptome oder die erwähnte Wanderröte auf, sollten Sie zum Arzt gehen. Noch mehr hilfreiche Infos zum Zeckenschutz.

Wo ist das größte Risiko?

Mit den Borreliose-Bakterien können Zecken in ganz Deutschland infiziert sein. Als FSME-Risikogebiete gelten hauptsächlich die mittel- und osteuropäischen Länder, die baltischen Staaten, Südskandinavien, der europäische Teil Russlands, Sibirien sowie Teile Asiens. Auch in Süddeutschland und einigen Teilen Österreichs und der Schweiz müssen Sie mit einem höheren Risiko rechnen.

© 2018 Robert Koch-Institut, Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland
* Quelle: Robert Koch-Institut, Stand 6. April 2018
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