Absichern mit einer Tollwut-Impfung
  08.05.2015

Tollwut-Impfung für Reisende

Schon gewusst? Neben streunenden Hunden können auch Füchse, Affen, Fledermäuse oder Waschbären die gefährliche Krankheit übertragen. Bei uns ist Tollwut zum Glück so gut wie ausgestorben, anders sieht es vielen anderen Ländern der Welt, allen voran Indien und China aus. Hier die wichtigsten Tipps für Reisende im Umgang mit der immer noch tödlich verlaufenden Krankheit:

Wie wird Tollwut übertragen?

Laut WHO besteht in über 150 Regionen der Erde ein teils hohes Tollwut-Infektionsrisiko – hauptsächlich im asiatischen Raum, auf dem afrikanischen Kontinent, in Indien, Osteuropa, Mittelamerika und Teilen Südamerikas.

Tollwut Risiko weltweit
Quelle: WHO Tollwut Risiko

Auslöser der Tollwut ist ein Lyssa-Virus, das von infizierten Tieren über den Speichel ausgeschieden wird. Durch einen Biss oder auch einen einfachen Kontakt des Speichels mit wunden Hautstellen oder Schleimhäuten kann der Erreger in den menschlichen Körper gelangen. Die Zeit bis zum ersten Auftreten von Symptomen variiert zwischen einem und drei Monaten, es kann aber auch mehr als ein Jahr vergehen. Auch Inkubationszeiten von nur knapp einer Woche wurden schon berichtet.

Wie äußert sich Tollwut?

Die Krankheit bricht umso schneller aus, je näher am zentralen Nervensystem (ZNS) die Erreger-Übertragung erfolgte. Es treten zunächst Fieber und ein Schmerz bzw. Prickeln an der Infektionsstelle auf, danach befällt das Virus das ZNS und bewirkt eine Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks. Typische äußere Zeichen dieser Phase sind eine starke Abneigung gegen Wasser (Hydrophobie), Angst- und Erregungszustände, fortschreitende Lähmungen, Koma und schließlich der Tod durch Herz- und Atemstillstand. Ist die Tollwut einmal ausgebrochen, dann endet sie immer tödlich.

Wie kann man sich vor Tollwut schützen?

Für Reisende heißt es den Kontakt zu frei laufenden Hunden bzw. Tieren zu meiden. Vor allem Kinder und Frauen gelten als Risikogruppen. Anders als bei uns haben Hunde z. B. in Indonesien, Indien, China oder in den afrikanischen Ländern einen anderen Stellenwert und leben dort meist „auf sich selbst gestellt“. Daher ist das Ansteckungsrisiko auch viel größer.  In einzelnen Gebieten der USA gibt es ein höheres Risiko z. B. durch Fledermäuse. Auf der Ferieninsel Bali wurde z. B. Mitte April eine Impfkampagne bei streunenden Hunden gestartet. Auch die Affen, die in verschiedenen Touristenparks als Attraktion geführt werden, sollte man besser meiden. Nicht jede Situation ist kritisch und nicht jedes Tier infiziert. Da es bisher jedoch keine Heilung für Tollwut gibt, sollte man als Reisender besonders umsichtig mit Tieren im Ausland sein.

Wer vorhersehbar auf seiner Reise einem höheren Übertragungsrisiko ausgesetzt sein wird, sollte sich durch eine Tollwut-Impfung schützen. Bislang ist kein Fall bekannt, in dem es bei einem vollständig Geimpften zu einem Ausbruch der Krankheit kam. Die sogenannte Grundimmunisierung besteht aus drei Impfstoff-Dosen innerhalb von 3 – 4 Wochen, gefolgt von einer weiteren Injektion nach einem Jahr. Bei kontinuierlich fortbestehendem Risiko ist eine Auffrischung alle 2 – 5 Jahre (je nach verwendetem Impfstoff) empfohlen.

Tollwutverdacht – was ist zu tun?

  • Ist es zu einem Biss durch ein verdächtiges Tier gekommen, so muss zunächst die Wunde schnellstmöglich gründlich gereinigt und desinfiziert werden, etwa mit 70%-igem Alkohol oder Jod.
  • Wer nicht vorgeimpft ist, sollte so schnell wie möglich immunisiert werden – insgesamt fünf Impfstoffdosen, bei einer besonders tiefen Verletzung zusätzlich noch Tollwut-Antikörper zeitgleich mit der ersten Dosis, empfiehlt das CRM Centrum für Reisemedizin. Zusätzlich sollte auch der Tetanus-Impfschutz überprüft und ggf. aufgefrischt werden.
  • Wichtig: Jeder Impfstoff muss gekühlt werden, um seine Wirkung entfalten zu können! Andernfalls sind diese wirkungslos. In vielen Reiseländern ist die Versorgung und Kühlung des Tollwut-Impfstoffs ein Problem, vor allem in abgelegenen Gebieten. Bei Verdacht daher unbedingt die Notrufzentrale der Auslandsreisekrankenversicherung einschalten. Unsere Reisemediziner helfen bei der Organisation des Impfstoffes und unterstützen bei der schnellen Behandlung im fremden Land.
  • Bei vollständig geimpften Personen sind nach einem Biss lediglich zwei zusätzliche Impfstoff-Injektionen erforderlich.
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