Safari - Büffel
  01.06.2017

Auf Safari im Einklang mit der Natur

Auf einer Safari Natur hautnah zu erleben, steht für Viele auf der Urlaubswunschliste ganz oben. Martina von Münchhausen vom WWF Deutschland hat uns in einem Interview erklärt was wichtig ist, wenn man seine Reise umweltfreundlich gestalten möchte, um Menschen, Tieren und Natur keinen Schaden zuzufügen.

Worauf sollte man bei der Planung achten, um die Safari nachhaltig zu gestalten?

Informieren Sie sich bei den Schutzgebiets– oder Nationalparkverwaltungen über Angebote geführter Touren und Ausflüge mit ausgebildeten Rangern. Die Nationalparks verfügen über beste Kenntnisse und sind ausreichend geschult, eine angemessene Balance zwischen Besucherströmen und Schutz und Respekt der Natur- und Tierwelt zu bewahren. Die Schutzgebietsverwaltungen arbeiten auch teilweise mit privaten Anbietern (tour operator) zusammen, die als empfehlenswert gelten.

Woran erkennt man einen guten Anbieter? 

Neben den bereits genannten Punkten kann man nach Anbieter suchen, die über ein anerkanntes Zertifikat für nachhaltigen Tourismus verfügen. Auch Anbieter, die eng mit Schutzgebieten, Naturschutzorganisationen (NGOs) oder internationalen Artenschutzorganisationen zusammenarbeiten, sind zu empfehlen. Selbstgestaltete „Eigenmarken“ oder Label privater Anbieter führen nicht immer zu nachhaltigen Angeboten und können eher zu Täuschung und Verwirrung beitragen. Jeder Anbieter verkauft sein Produkt, seine Safari als nachhaltig und in Einklang mit der Natur. Für den Konsumenten ist es sehr schwer, hier ernsthafte Anbieter herauszufiltern.

Was sollte man auf einer solchen Reise auf alle Fälle vermeiden? Was schadet? 

Alleingänge sollten vermieden werden! Solange man eine geführte Tour unternimmt in Begleitung und unter Anleitung von ausgebildeten Rangern, kann man sicher gehen, dass man sich angemessenen verhält und keine Schäden verursacht.

Gibt es Länder/Regionen die eher zu empfehlen sind bzw. von denen abzuraten ist? 

Es gibt Länder, die hinsichtlich ihrer touristischen Entwicklung noch zurückliegen (z. B. Sambia). Diese Länder sollten auch als Reiseland in Erwägung gezogen und unterstützt werden, selbst wenn die Infrastruktur teilweise noch nicht so ausgebaut ist, wie man es von stark besuchten Regionen wie beispielsweise Kenia, Namibia oder Südafrika gewohnt ist. Das Reiseerlebnis ist eventuell intensiver und außergewöhnlicher. Auch sollte der Fokus der Reise nicht nur auf Tiererlebnis und Beobachtung beschränkt sein. Die besonderen Lebensweisen und Kulturen sind mindestens genauso interessant. Auch für die auf den ersten Blick nicht naheliegenden Themen und Konflikte vor Ort sollten sich die Reisenden interessieren. Diese prägen und beeinflussen manche Länder stärker als Tourismus. Dazu zählen Wasserknappheit, Wilderei, Tier-Mensch-Konflikte etc. Ein guter Reiseveranstalter informiert seine Gäste weit über den Tellerrand hinaus und scheut sich auch nicht, unangenehme Themen anzusprechen.

Wie können Reisende (aktiv) zum Artenschutz beitragen?

Durch die Wahl eines nachhaltigen Anbieters und angemessenes Verhalten vor Ort durch Anleitung lokaler Reiseführer und Ranger. Durch die Unterstützung einer international anerkannten Artenschutzorganisation. Und durch den richtigen Kauf von Souvenirs (keine illegalen Arten, kein Kauf von Produkten von geschützten Tieren und Pflanzen). Auf den Verzehr und Konsum von bedrohten Fischarten verzichten. Unter artenschutz-online.de finden Reisende alle wichtigen Informationen zu Artenschutz im Urlaub. Jeder Reisende sollte bereits vor Antritt der Reise durch den Reiseveranstalter über die wichtigsten Regeln hinsichtlich Artenschutz im Gastland informiert worden sein.

Safari Flussüberquerung
Copyright: www.toreu.de

Martina von Münchhausen ist für das Tourismus Programm des WWF (World Wide Fund for Nature) Deutschland im internationalen WWF Zentrum für Meeresschutz in Hamburg verantwortlich. Zuvor war sie zehn Jahre in der Naturschutzabteilung der Zentrale des WWF Deutschland in Frankfurt am Main tätig. Seit ihrem Wechsel (2006) in das WWF Büro in Hamburg arbeitet sie an der Stärkung von nachhaltigem Tourismus und dessen Entwicklung und Ausweitung am Markt sowie an gemeinsamen Strategien mit der Tourismusindustrie, um Tourismus nachhaltiger zu gestalten. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Reduzierung des touristischen Fußabdrucks (insbesondere Klimawandel und Tourismus) und die Einführung eines weltweit anerkannten Tourismussiegels für Nachhaltigkeit. Ihre Arbeit basiert auf der engen Zusammenarbeit mit dem internationalen WWF Netzwerk.

Auf der Seite des WWF finden Sie auch Projekte, die Sie mit Spenden unterstützen können.

 

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