13.02.2015

Geschäftsreisen ins Ausland

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten stark verändert. Unsere Welt wird immer globaler. Unternehmen, die früher nur in Deutschland agiert haben, sind mittlerweile international tätig. Das führt auch dazu, dass die Anzahl an Geschäftsreisen immer mehr zunimmt. Im letzten Jahr waren es um die zehn Millionen – sechs Prozent mehr als noch im Jahr 2012.

Berufliches Reisen gehört somit für viele Arbeitnehmer inzwischen zum Alltag. Doch die medizinische Vorsorge vor der Geschäftsreise bleibt oft auf der Strecke. Dabei wünschen sich 92% der Geschäftsreisenden, dass ihr Arbeitgeber sie über gesundheitliche Risiken und medizinische Vorsorge aufklärt. Das hat eine aktuelle Studie („Chefsache Business Travel 2015“) ergeben, die der Deutsche Reiseverband (DRV) zu diesem Thema in Auftrag gegeben hat. Doch nur 43% der Befragten gaben darin an, dass ihr Arbeitgeber diese Informationen auch tatsächlich bereitstellt. Dabei sind die Arbeitgeber – abhängig vom Ziel der Reise – dazu verpflichtet. Das ist im sogenannten berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G35 geregelt. Dieser besagt, dass bei beruflichen Reisen in Gegenden mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefahren, eine ärztliche Beratung und gegebenenfalls eine Vorsorgeuntersuchung erfolgen muss. In vielen – häufig kleinen Betrieben – ist diese Vorschrift nicht bekannt. Oder wenn sie bekannt ist, herrscht Unklarheit darüber, was genau sich dahinter alles verbirgt. Das Centrum für Reisemedizin (CRM) bietet beruflich Reisenden und deren Arbeitgebern Unterstützung: mit dem 2014 herausgegebenen Handbuch „Gesund auf Geschäftsreisen“. Geschäftsreisende, Personalabteilungen und Arbeitsmediziner finden darin wichtige Hinweise zu den Fürsorgepflichten des Arbeitgebers sowie reisemedizinische Informationen.

Doch unter die Fürsorgepflicht fällt nicht nur die medizinische Vorsorge, sondern auch die versicherungs-technische Absicherung. Wenn ein gesetzlich versicherter Mitarbeiter auf einer Auslandsreise erkrankt und mit dem Land kein Sozialversicherungsabkommen besteht, muss das Unternehmen für entstehende Kosten aufkommen. Aus diesem Grund schließen viele Unternehmen für ihre Mitarbeiter sogenannte Geschäfts-reiseversicherungen ab. Die Arbeitnehmer erhalten dadurch weltweit Unterstützung bei Unfällen, Krankenrücktransporten sowie der medizinischen Versorgung vor Ort. Die Versicherung springt auch bei Unfällen ein, die zwar auf der Geschäftsreise, aber in der freien Zeit entstehen, etwas abends oder am Wochenende. Neben Policen zu Unfall- und Auslandskrankenschutz können Unternehmen ihre Mitarbeiter auch gegen andere Reiserisiken absichern, zum Beispiel gegen Haftpflichtschäden, verschwundenes Gepäck und sogar Entführungen.

Sollten Sie also dienstlich auf Reisen gehen und unsicher sein, inwieweit Ihr Arbeitgeber für Ihre Absicherung gesorgt hat, sprechen Sie Ihre Personalabteilung darauf an. Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, für Ihr Wohl auf Geschäftsreisen zu sorgen!

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