Heiraten im Ausland unter Palmen
  09.10.2018

Heiraten im Ausland: Tipps für das Ja-Wort in der Ferne

Ein Traum von vielen: Heiraten, wo andere Urlaub machen! Unter Palmen am weißen Sandstrand, stilvoll auf dem Wasser oder spontan in Las Vegas. Doch um den schönsten Tag in der Ferne rundum genießen zu können, muss sich das Brautpaar frühzeitig um einige Formalitäten kümmern. So gelingt die Traumhochzeit im Ausland!

Das Ja-Wort in der Ferne – (fast) alles ist möglich

Die Trauung auf einem Kreuzfahrtschiff zählt dabei zu den weniger spektakulären Möglichkeiten. In Queenstown in Neuseeland beispielsweise kann man sich während eines Bungee-Jumps trauen lassen. Hand in Hand springt man in die Tiefe und ruft sich dabei das Ja-Wort in luftiger Höhe zu. Auf Sri Lanka kann man sich auf dem Rücken eines Elefanten trauen lassen, auf den Bahamas mit Atmungsgerät und Taucherbrille unter Wasser, in Australien im Heißluftballon und in den kanadischen Rocky Mountains auf Skiern talabwärts. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Brautpaar und Standesbeamter gute Skifahrer sind. Gemächlicher ist da schon eine Trauung barfuß an einem der Traumstrände oder Lagunen Hawaiis mit Blumengirlanden um den Hals.

Wer seinem oder seiner Liebsten auf hoher See das Ja-Wort geben möchte, sollte sich bei den Kreuzfahrt-Reedereien erkundigen, auf welchem Schiff eine Hochzeit möglich ist. Ob der Kapitän den Standesbeamten ersetzen kann und somit die Hochzeit in Deutschland gültig ist, hängt davon ab, unter welcher Flagge das Schiff fährt. Eine in Deutschland rechtlich anerkannte Trauung auf hoher See machen Malta, die Bermudas und die Bahamas möglich.

Bürokratische Auflagen frühzeitig in Angriff nehmen

Ob in einer romantischen italienischen Kleinstadt oder im afrikanischen Busch – rechnen Sie mit eine ganze Menge Hochzeits-Papierkram im Vorfeld und planen Sie dafür ausreichend Zeit ein. Die Formalitäten sind von Land zu Land unterschiedlich und müssen in manchen Staaten in der Landessprache oder ins Englische übersetzt sein. Die genauen Anforderungen und die zuständigen Ämter finden Sie auf der Webseite des Bundesverwaltungsamtes im Bereich „Bundesstelle für Auswanderer und Auslandstätige“ sowie auf der Webseite des Auswärtigen Amtes.

Unterlagen, die Sie für eine Hochzeit im Ausland benötigen:

  • Personalausweis oder Reisepass und die Geburtsurkunde als beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister. Achtung: Sie darf nicht älter als sechs Monate sein (erhältlich im Standesamt des Geburtsortes)!
  • Falls man verwitwet ist: die Sterbeurkunde des früheren Ehepartners (erhältlich im Einwohnermeldeamt des Wohnortes).
  • Ist man geschieden: das Scheidungsurteil sowie die Heiratsurkunde der ersten Ehe (erhältlich im Standesamt der Eheschließung bzw. des Wohnortes). Achtung: In manchen Ländern dürfen Frauen erst wieder heiraten, wenn die Scheidung mindestens 300 Tage zurückliegt.
  • Viele Länder verlangen ein sogenanntes Ehefähigkeitszeugnis (erhältlich im Standesamt des Wohnortes).
  • In manchen Staaten muss eine behördliche Heiratslizenz vorgelegt werden, die nur begrenzt gültig ist.
  • Hinzu kommen Reisebestimmungen, die unabhängig von der Hochzeit gelten. Beispielsweise muss der Reisepass bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein oder ein Visum vorlegt werden.

Verheiratet nach deutschem Recht

Die Ehe wird auch in Deutschland in der Regel für rechtsgültig erklärt, wenn alle rechtlichen Bestimmungen eingehalten wurden (z. B. dass die Partner nicht minderjährig oder verwandt sind). Doch Ausnahmen gibt es auch hier: Je nach Abkommen mit einem anderen Staat werden ausländische Heiratsurkunden von den deutschen Behörden möglicherweise nicht anerkannt. Dann benötigt das Brautpaar zusätzlich einen Echtheitsnachweis mit einer sogenannten Legalisation. Diese ist beim deutschen Konsulat im Ausland erhältlich (alternativ auch eine Apostille, für die es meist eine eigene Behörde gibt).

Wer die Eheschließung anschließend beim deutschen Standesamt registrieren lassen will, kann die dafür benötigten (übersetzten) Dokumente in der Familienbuchstelle des Wohnortes anfragen. Der Eintrag ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn für die Eheleute ein Wechsel der Lohnsteuerklassen oder ein Namenswechsel von Bedeutung ist.

Romantisch ist gut, abgesichert ist besser!

Eine akute Erkrankung oder ein dringender Notfall bei den Angehörigen zu Hause können dazu führen, dass die lang geplante Herzensreise nicht angetreten werden kann oder abgebrochen werden muss. Die Freude ist ohne Zweifel getrübt. Den finanziellen Aufwand entschädigt zumindest eine Reiseversicherung mit einer Absicherung für Reiserücktritt, Krankheit und Reisegepäck im Paket.

Tipp: Für Hochzeitsgäste eignet sich möglicherweise ein Gruppentarif und für Kreuzfahrten ein eigener zubuchbarer Kreuzfahrt-Schutz, der z. B. bei starker Seekrankheit greift. Denn nicht alles ist planbar!

Bild: Arshad Pooloo, Unsplash.com

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