illegale Souvenirs Reise Muschel am Strand
  22.11.2018

Illegale Souvenirs: Vorsicht bei Mitbringseln aus dem Urlaub!

Die schöne Muschel vom Strand oder handgeschnitzte Figur vom Markt – Urlaubssouvenirs sind eine schöne Erinnerung, aber nicht alles darf in den Koffer. Fallen diese Andenken nämlich unter den Artenschutz, drohen Ihnen hohe Strafen und im schlimmsten Fall sogar Gefängnis. Damit Sie am Zoll keine bösen Überraschungen erleben – darauf sollten Sie bei Reise-Souvenirs achten!

Artenschutz für bedrohte Tiere, Pflanzen und Materialien

Elfenbein oder Elefantenleder, exotische Felle und Pelzmäntel, ausgestopfte Vögel, Krokodile oder Schlangen aus dem Urlaub: Denken Sie etwa, das war einmal? Weit gefehlt! In vielen Ländern zählen diese „Andenken“ nach wie vor zu den am häufigsten eingeführten Mitbringsel. Nicht selten werden auch lebende Tiere wie Katzen, Affen oder Papageie auf den Märkten angeboten. Doch der weltweite Handel mit Tieren oder daraus hergestellten Waren gefährdet den Bestand ihrer Art. Als Reisende können Sie einen großen Beitrag zum Artenschutz leisten!

Illegale Souvenirs erkennen – so geht’s

Kaufen Sie nur Souvenirs, bei denen Sie sich sicher sind, aus welchem Material sie hergestellt werden und die Ein- bzw. Ausfuhr nicht verboten ist:

  • Finger weg, wenn Sie sich nicht sicher ist.
    Viele Souvenirs wirken auf den ersten Blick unverfänglich, können aber dennoch geschützt sein wie z. B. eine gefärbte Koralle in einem Anhänger. Bei Hautcremes, Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln ist die Sachlage nicht immer eindeutig erkennbar. Wenn sie tierische oder pflanzliche Zusätze enthalten, können sie ebenfalls dem Artenschutz unterliegen.
  • Auf den Rat des Händlers ist nicht immer Verlass.
    Ein Händler möchte mit dem Verkauf der Ware immer Geld verdienen. Auf seine „Ausfuhrbescheinigung“ sollten Sie sich deshalb nicht verlassen. Nur die zuständigen Behörden im Urlaubsland können eine rechtlich verbindliche Genehmigung ausstellen.
  • Auch Sand kann verboten sein.
    Viele Strände liegen in Naturschutzgebieten und weisen seltene Sandqualitäten auf. So können eine Tüte Sand oder ein paar Kieselsteine aus dem Urlaubsland richtig teuer werden. Dies gilt auch für bestimmte Muschel- und Schneckenschalen. Machen Sie lieber ein Foto als Erinnerung. In Sardinen etwa wird seit Juli 2018 jede Veränderung der Sandstrände oder die Mitnahme von Sand, Kiesel oder Quarzgestein mit einer Geldbuße zwischen 500 und 3.000 Euro strafrechtlich geahndet.
  • Altes und Antikes nicht entfernen.
    Archäologische und geschichtliche Funde wie Bilder, Zeichnungen, Antiquitäten, Ton- oder Glasscherben sind einzigartig. Sie gehören als Kulturgut zum jeweiligen Urlaubsland und dürfen in vielen Ländern nicht mitgenommen werden. So ist z. B. in einigen asiatischen Ländern auch die Ausfuhr von Buddha-Statuen streng untersagt.
  • Fakes & Co. – das Problem mit den Schnäppchen.
    Wer Kleidung, Taschen und Uhren großer Marken als vermeintliches Schnäppchen kauft, bekommt oft lediglich gefälschte Ware in schlechter Qualität. Werden Sie bei der Zollkontrolle mit einzelnen Teilen im Gepäck erwischt, kommen Sie vielleicht noch glimpflich davon. Dennoch empfiehlt der Zoll, auf den Kauf von gefälschten Produkten zu verzichten. Sie werden oftmals ohne Überwachung und unter schlimmen Arbeitsbedingungen von Einheimischen produziert. In Textilien und Farbstoffen oder auch Flip Flops wurden Giftstoffe und Schwermetalle gefunden, die krebserregend sind und schwere Allergien auslösen können.

Was darf in den Koffer?

Sogenannte Artenschutz-Hunde helfen den Zollbeamten bei der Suche und erschnüffeln mit ihrer sensiblen Nase die illegalen Urlaubs-Mitbringsel. Auch wenn nicht der Artenschutz laut dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen betroffen ist, gelten in vielen Ländern strenge Einfuhrbestimmungen. So dürfen Sie z. B. auch keine Wein- oder Zitruspflanzen aus Nicht-EU-Ländern mitbringen, um keine Pflanzenkrankheiten in die EU zu übertragen. Bei der Rückkehr aus außereuropäischen Ländern brauchen Sie immer ein Pflanzengesundheitszeugnis.

App-Tipp: Die Offline-App der deutschen Zollverwaltung Zoll und Reise verschafft Ihnen einen guten Überblick zu den Einreisebestimmungen im Urlaubsland. So wissen Sie, welche Freimengen Sie einführen dürfen, welche Einfuhrabgaben anfallen und von welchen Souvenirs Sie sich besser fernhalten.

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