mit dem Nachtzug reisen Bahngleise
  19.06.2018

Mit dem Nachtzug reisen – Budapest, Rom oder die Toskana

Ein Relikt aus der Vergangenheit? Von wegen! Mit dem Zug gleiten auch heute noch Reisende durch die Nacht nach Budapest, Rom oder in die Toskana. Während die einen Urlauber mit dem Flugzeug in knappen zwei Stunden in die meisten Städte Europas fliegen, bevorzugen andere die langsame Variante mit dem Zug. Das sollen Sie beachten, wenn Sie sich auf das Abenteuer Nachtzug einlassen:

Nachts durch Europa

In Deutschland ist der Nachtzug bereits Geschichte: Ende 2016 hat die Deutsche Bahn die Nachtverbindungen auf Grund von Verlusten eingestellt. Unsere österreichischen Nachbarn hingegen sind bis heute Verfechter des „Slow-Travels“. Die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) bietet von Deutschland aus auch heute noch acht Nachtzugverbindungen an. Die Strecken führen beispielsweise über die Alpen, Bologna und Florenz nach Rom oder über Salzburg und Wien bis nach Budapest. Durch die Nacht geht es auch von Hamburg oder Berlin in die Schweiz nach Zürich.

Abenteuer Nachtzug

Mit den luxuriösen Speisewagen und komfortablen Einzelabteilen aus alten Filmen wie etwa im Klassiker „Mord im Orient-Express“ ist der heutige Nachtzug allerdings nicht zu vergleichen. Die meisten „Nightjets“ sind sehr einfach und schlicht, wenn man sich nicht gerade ein Ticket in der ersten Klasse gönnt. Sechs Passagiere passen normalerweise in ein Abteil und die Betten sind wie Stockbetten  übereinander gestapelt. An schmalen Trittleitern geht es dann für die Passagiere hinauf zu ihren „Kojen“. Mit etwas Glück finden Reisende in einem Abteil auch noch eine Sitzgelegenheit. Diese wird jedoch meist mit zum Schlafplatz umfunktioniert und ist damit die erste Etage des kleinen „Bettenturms“. Sobald die Mitreisenden, die die unteren Betten reserviert haben, also schlafen möchten, bleibt den anderen nichts anderes übrig, als sich nach oben in das eigene Ruhelager zurückzuziehen.

Ähnlich schaukelnd wie auf einem großen Schiff geht es dann in die Nacht hinein. Wer nicht schlafen kann, trifft sich unweigerlich auf dem Gang, denn einen Speisewagen oder ähnliches gibt es nicht. Getränke können Durstige direkt beim Schaffner kaufen. Am nächsten Morgen lockt allerdings ein Weckservice und Frühstück im Bett: Kurz vor der Ankunft am Endbahnhof geht der Schaffner die Abteile entlang und bringt jedem Gast ein kleines Snackpaket.

Schlafwagenabteil im Nachtzug
Die luxuriösere Variante: 1. Klasse reisen

Langsam reisen – ist die neue Devise

Fast romantisch geht es auf Gleisen stundenlang vorbei an kleinen Dörfern und durch die Bahnhöfe der großen Metropolen. In den frühen Morgenstunden verlieren sich Passagiere dann in diesen malerischen Landschaften. In unserer schnelllebigen Gesellschaft, besinnen sich Reisende zurück auf das Wesentliche. Sich einmal nicht stressen und einfach treiben lassen – mit diesem Gedanken macht die Fahrt im Nachtzug mehr Spaß. Eine willkommene Alternative ist diese langsame Art zu Reisen auch für alle mit Flugangst. Zumindest innerhalb von Europa lässt sich das Fliegen auf diese Weise gut umgehen. Nach einer ruhigen Nacht im Zug starten Reisende dann entspannt und voller Energie in den ersten Urlaubstag.

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