Kinder im Wasser Badeunfall vermeiden
  07.08.2018

Badeunfall mit Kindern vermeiden – 12 wichtige Tipps

Für viele Kinder gibt es nichts Schöneres als am Meer oder See zu plantschen. Ein Seepferdchen-Zertifikat ist jedoch kein Garant, dass ein Kind in jedem Gewässer gut schwimmen kann. Traurige Realität ist, dass Ertrinken nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Ursache für einen Unfalltod bei Kindern ist. Damit es eine freudige Urlaubszeit bleibt, die wichtigsten Hinweise für sicheres Baden mit Kindern!

Wo ist die Gefahr zu Ertrinken am größten?

Laut DLRG* sind in Deutschland 2017 bei einem Badeunfall über 400 Menschen ertrunken, davon 46 Kinder. Gefahrenquelle Nummer eins sind unbewachte Binnengewässer wie Flüsse, Seen, Kanäle und Teiche. An den bewachten Küsten ist die Zahl von Badeunfällen geringer. Betroffen sind aber auch Segler und Angler. Vermeiden Sie jegliche Wasserfallen für Ihre Kinder: Schließen Sie Regentonnen, umzäunen Sie Gartenteiche und decken Sie Pools fest ab. Beachten Sie am Meer die Strömungen, Wellen und Wind. Gehen Sie auch nicht an Wehren, Schleusen, Brücken, neben Booten oder im Hafenbecken baden.

Badeunfall vermeiden – 12 wichtige Tipps

Rettungsschwimmer warnen: Selbst in flachen Gewässern können Kinder ertrinken!
So sorgen Sie für mehr Sicherheit am Wasser:

  1. Kinder NIE unbeaufsichtigt baden lassen, dabei bleiben, mitspielen, teilnehmen. Handy weg. Eltern haben das Sorgerecht, nicht der Bademeister!
  2. Kinder frühzeitig zum Schwimmunterricht. Jugendschwimmabzeichen machen lassen.
  3. Möglichst an Stränden baden, wo Rettungsschwimmer sind.
  4. Kind an Land Markierung zeigen, wo sie ihren Liegeplatz immer wieder finden.
  5. Klären Sie Ihre Kinder über Gefahren auf: Übermut, Selbstüberschätzung, Unkenntnis oder Leichtsinn sind oft Ursache.
  6. Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
  7. Bei Bootsausflügen mit Schlauchboot, Kayak oder Segelboot spezielle Kinderrettungswesten anlegen.
  8. Schwimmtiere sind keine Schwimmhilfen. Passende Schwimmflügel und Schwimmgurte/Westen anlegen.
  9. Achten Sie auf Warnhinweise, Wellen und Strömungen am Meer.
  10. Keinen Kopfsprung in unbekannte Gewässer (mögliche Steine etc.). Achtung in tieferen Lagen ist das Wasser oft erheblich kälter, Gefahr von Schockstarre.
  11. Schließen Sie für Ihre Familie eine Auslandskrankenversicherung ab.
  12. Frischen Sie regelmäßig Ihren Erste-Hilfe-Kurs auf.

„Nur ein paar Sekunden ….“ – Ertrinken geht sehr schnell.

Die meisten Menschen und vor allem Kinder ertrinken „ruhig“, lautlos und unbemerkt. Was viele nicht wissen: Ein Kind schreit oft nicht, wenn es im Wasser in Not gerät. Niemand, selbst in unmittelbarer Nähe, nimmt den Todeskampf wahr oder kann die Anzeichen überhaupt deuten.

Es ist nicht wie in Filmen oder bei Baywatch, dass Menschen wild mit den Armen rudern. Ertrinken ist körperliche Erschöpfung und Ersticken: Wenn Wasser in die Atemwege gelangt, verkrampft die Stimmritze im Kehlkopf. Man kann nicht mehr atmen und wird ohnmächtig. Nach drei bis fünf Minuten sterben die ersten Gehirnzellen. Bei Unterströmungen am Meer zieht es die Beine weg, die Welle drückt unter die Wasseroberfläche, oft herrschen Orientierungslosigkeit und Panik. Der Körper wird schwach und die Lungen laufen voll mit Wasser.

Erste Hilfe im Wasser – so geht’s:

  1. Retten: Sekundenbruchteile entscheiden. Kopf über Wasser, den Betroffenen sofort an Land bringen. Von hinten unter die Arme packen und in Rückenlage ans Ufer schwimmen.
  2. Atmung kontrollieren: Kopf nach hinten neigen und gleichzeitig das Kinn anheben. Sehen, hören und fühlen, ob der Betroffene atmet.
  • Atmung ja: Notruf absetzen, Seitenlage, Bewusstsein und Atmung regelmäßig kontrollieren (der Verunfallte wird u.U. Wasser ausspucken oder erbrechen), mit Rettungsdecke für Wärmeerhalt sorgen.
  • keine Atmung: Notruf absetzen, Herz-Lungen-Wiederbelebung starten (30 x Herzdruckmassage, 2 x über Nase oder Mund beatmen), Durchführen bis Rettungsdienst eintrifft bzw. der Notfallpatient wieder normal atmet.

* Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG)

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