Tsunami
  14.11.2018

Tsunami-Gefahr im Urlaub: Wie verhalte ich mich richtig?

Die Tsunami-Katastrophe im Jahr 2004 in Südostasien war eine der schlimmsten in der Geschichte. Und obwohl Tsunamis in diesem Ausmaß selten sind, können sie in jedem Ozean entstehen und einen gewaltigen Schaden anrichten. Doch wie häufig kommen Tsunamis vor? Und was ist in solch einer Notsituation zu tun? Wir haben Ihnen Wissenswertes rund um Tsunamis zusammengestellt.

Wie entsteht ein Tsunami?

Der häufigste Grund für die Entstehung von Tsunamis sind etwa zu 90 Prozent starke Beben unter dem Meeresboden. Dabei schieben sich Platten der Erdkruste übereinander und lösen gewaltige Wellen aus.

Dafür müssen drei Bedingungen gegeben sein:

  • Ein Beben misst mindestens die Stärke 7 auf der Richterskala.
  • Die Quelle des Bebens ist in der Nähe der Erdoberfläche.
  • Das Beben verschiebt den Ozeanboden vertikal, sodass es die Bewegung der Wassersäule auslöst.

Bei Auslösung der Wellen sind sie anfangs noch im Wasser verborgen. Sie bewegen sich dort aber mit rasender Geschwindigkeit von etwa 800 km/h fort. Ohne bemerkt zu werden. Denn an der Wasseroberfläche auf dem offenen Meer sind sie kaum mehr als einen Meter groß. Schiffe sind hier demnach nicht gefährdet. Nähern sich die Wellen jedoch der flachen Küstenregion, drückt sich die Wassersäule nach oben. Eine gewaltige Welle türmt sich auf. Schlagen die gigantischen Wassermassen dann auf Land, überfluten sie die Uferregionen und dringen sogar kilometerweit in flache Küstengebiete vor.

Ein Tsunami droht – wie verhält man sich richtig?

Da Tsunamis Menschen wie aus dem Nichts überfallen, sind Warnsignale wichtig, um noch rechtzeitig flüchten zu können.

  • Warnsignale:
    • Tiere flüchten ins Landesinnere
    • Das Meer steigt schnell an oder zieht sich zurück
    • Behörden warnen durch Sirenen oder Durchsagen
  • Verhaltensregeln:
    • Ins Landesinnere oder auf eine Erhöhung flüchten
    • Erst bei offizieller Entwarnung Zufluchtsort verlassen, denn Tsunamis bestehen aus mehreren Wellen

Wie funktionieren Frühwarnsysteme?

Im Pazifik wurden bereits seit 1968 Frühwarnsysteme eingerichtet. Im Indischen Ozean hingegen bestehen sie erst seit dem verheerenden Tsunami 2004. Folgendermaßen funktionieren sie: Seismographen messen am Meeresboden den Wasserdruck. Steigt dieser überdurchschnittlich an, leiten sie die Daten über eine GPS-Boje an einen Satelliten weiter. Der Satellit sendet das Signal an die Experten der Frühwarnstationen. Bei großer Gefahr schlagen sie in allen gefährdeten Küstengebieten Alarm, um die Evakuierung einzuleiten.

 

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Wo ist die Tsunami-Gefahr am größten?

Im 20. Jahrhundert wurden gut 1.000 Tsunamis gezählt. Sie können in allen Ozeanen entstehen, auch in heimischen Gefilden wie dem Mittelmeer. Besonders häufig aber kommen Tsunamis im Randbereich der Pazifischen Platte vor, dem sogenannten Pazifischen Feuerring. Hier entstehen 65 Prozent aller Tsunamis. Insbesondere ist Japan gefährdet. Mindestens einmal im Jahr wird es von einem großen Tsunami getroffen.

Die Folgen eines Tsunamis

Während andere Naturkatastrophen lokal begrenzt sind, richten Tsunamis Schäden aus, die sich mehrere tausend Kilometer weit an den Küsten erstrecken können. Dazu kommt, dass das Wasser durch das Vor- und Zurückweichen im Landesinnere Menschenleben fordert und die komplette Infrastruktur und Landwirtschaft zerstört. Besonders fatal sind Schäden von Industrieanlagen, die sich in Küstennähe befinden. So etwa das japanische Atomkraftwerk Fukushima. Dort wurden infolge eines Tsunamis im Jahr 2011 radioaktive Substanzen freigesetzt.

Foto: Girma Nigusse, Unsplash.com

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