Selfies auf Reisen - was ist rechtlich erlaubt?
  11.10.2018

Bitte lächeln! Selfies auf Reisen – was ist erlaubt?

Im Zeitalter von Facebook, Instagram und Co. landen viele Fotos nicht mehr im privaten Fotoalbum, sondern sind für die breite Öffentlichkeit sichtbar. Ist das eigentlich erlaubt? Wen, was oder wo dürfen Reisende fotografieren? 4 Fragen zu Bildrechten von Urlaubsfotos:

1. Recht am eigenen Bild – gilt das auch für Urlaubsfotos?

Sie sollten nicht überall drauf los knipsen, sonst kann es passieren, dass Sie die Bildrechte von Dritten verletzen. Auch bei Urlaubsfotos gilt das sogenannte „Recht am eigenen Bild“. Ist eine Person auf dem Foto gut erkennbar, sollte sie um Erlaubnis gebeten werden, bevor das Bild veröffentlicht wird. Denn ohne kann es durchaus zu einem zivilrechtlichen Verfahren mit Geld- oder sogar Freiheitsstrafen kommen. Keine Einwilligung ist nötig, wenn die Personen als sogenanntes Beiwerk zum Foto erscheinen – das heißt, wenn sie nicht aus dem Bild hervorstechen.

2. Darf ich mich vor Kunstwerken fotografieren?

Gegenstände und Kunstwerke unterliegen dem gesetzlichen Urheberrecht und dürfen nicht ohne entsprechende Erlaubnis online gestellt werden. In einigen Museen ist es zwar erlaubt, zu fotografieren, aber Vorsicht: Das schließt nicht das Recht einer Veröffentlichung mit ein. Sobald das Selfie in den sozialen Medien hochgeladen wird, entspricht es rechtlich gesehen einer Publikation und der Künstler muss um sein Einverständnis gebeten werden.

Gut zu wissen: Ist der Künstler schon vor 70 Jahren gestorben, ist das Urheberrecht nicht mehr anwendbar. Doch bloß nicht vorschnell handeln: Gerade bei Ausstellungen und Galerien ist das gültige Hausrecht zu beachten und der Veranstalter trotzdem um Erlaubnis zu bitten.

3. Ist ein Selfie vor Gebäuden unter freiem Himmel erlaubt?

Beim Sightseeing kann man sich selbst durchaus in Szene setzen. In Deutschland regelt dabei die sogenannte Panoramafreiheit, Gebäude wie beispielsweise der Kölner Dom oder Hamburger Michel bedenkenlos ablichten zu dürfen. Sie gestattet jedem, geschützte Gebäude oder Denkmäler, die sich bleibend auf öffentlichen Flächen befinden, ohne erforderlicher Einwilligung zu fotografieren und im Internet zu vervielfältigen. Hilfsmittel, wie z. B. Drohnen sind allerdings verboten.

In anderen Urlaubsländern sollten Sie grundsätzlich mehr Acht geben. Zum Beispiel ist es nicht erlaubt, ein Selfie mit dem Eiffelturm bei Nacht zu veröffentlichen. Das Urheberrecht des beleuchteten Wahrzeichens liegt nämlich bei dem Lichtkünstler Pierre Bideau. In Dubai hingegen dürfen keine Regierungsgebäude, militärischen Anlagen oder Anwesen der Scheichsfamilie fotografiert werden. Auch in Russland ist es nicht gestattet, strategisch bedeutende Einrichtungen abzulichten – dazu zählen auch Flughäfen und Brücken. Und in Italien ist jede Veröffentlichung unzulässig. Wer unsicher ist, erkundigt sich beim Auswärtigen Amt, welche Einschränkungen für das jeweilige Urlaubsland gelten.

Besser informieren: Jedes Land hat seine Regeln in Sachen Fotografie und verhängt zum Teil hohe Strafen.

4. Eigene Bildrechte verschenken? 

Selbst sollte man genauso auf seine eigenen Bildrechte achten! Bevor man seine Fotos in einem Portal oder einer Community ins Netz stellt, empfiehlt es sich, in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen nachzulesen, welche Rechte beim Hochladen an den Betreiber abgetreten werden. So steht beispielsweise in den AGBs von Facebook geschrieben:

„Insbesondere wenn du Inhalte, die durch geistige Eigentumsrechte geschützt sind (wie Fotos oder Videos), auf oder in Verbindung mit unseren Produkten teilst, postest oder hochlädst, gewährst du uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare und weltweite Lizenz, deine Inhalte (gemäß deinen Privatsphäre- und App- Einstellungen) zu hosten, zu verwenden, zu verbreiten, zu modifizieren, auszuführen, zu kopieren, öffentlich vorzuführen oder anzuzeigen, zu übersetzen und abgeleitete Werke davon zu erstellen (…).“

Damit ist es dem Betreiber rein rechtlich erlaubt, jedes gepostete Bild auf Facebook nach eigenem Interesse zu verwenden.

Ein Museum für das Selfie

Übrigens konnten sich Selfie-Fans dieses Jahr bereits zwei Monate lang im „Museum of Selfies“ in Los Angeles die Entstehungsgeschichte der beliebten Selbstdarstellung einmal genauer ansehen. Von der Höhlenmalerei über das Selbstportrait im nachgebauten Schlafzimmer von Vincent van Gogh bis hin zum kreativen Shoot der heutigen Selfiekünstler – ein Selfie war hier ausdrücklich erwünscht. Ab 12. Oktober 2018 ist das interaktive Museum of Selfies in Hollywood wieder offen. Bitte lächeln!

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